10 Jahre Männertreff

Aus einer Vision wurde eine Bewegung

Vor zehn Jahren begann eine Reise, deren Ziel wir selbst noch nicht kannten.

Im Frühjahr 2016 nahmen Werner Mörwald und Ralf Diegritz an der Ausbildung „Männerwerkstatt“ des Amts für Gemeindedienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern teil. Dort beschäftigte uns eine einfache, aber entscheidende Frage:

Wie können Männer heute einen lebendigen Zugang zum Glauben finden?

Schnell wurde klar: Männer brauchen keine weitere Gesprächsgruppe. Sie brauchen Gemeinschaft. Herausforderungen. Erlebnisse. Räume für ehrliche Gespräche. Und einen Glauben, der im Alltag trägt. Mit dieser Vision gründeten wir bewusst Men's Rocket and Soul. Die erste gemeinsame Aktion führte uns am 29. Mai 2016 zu den Rieser Eisenbahnerlebnistagen nach Nördlingen. Was als gemeinsamer Tagesausflug begann, wurde zum Start einer Entwicklung, die bis heute anhält.

Rocket & Soul – zwei Seiten derselben Medaille

Der Name war von Anfang an Programm.

Rocket steht für Kraft, Dynamik und Herausforderung: Gemeinsam unterwegs sein. Neues ausprobieren. Verantwortung übernehmen. Freundschaften leben. Den Glauben nicht nur denken, sondern danach handeln.

Soul steht für die andere Seite: Zeit mit Gott. Gebet. Lobpreis. Stille. Gemeinsam nach Antworten suchen. Den Glauben ehrlich leben – auch mit Zweifeln und offenen Fragen.

Diese beiden Pole prägen Men's Rocket and Soul bis heute.

Vier Säulen statt eines klassischen Männerkreises

Schon früh wurde deutlich, dass wir keine klassische Vortragsreihe sein wollten. Unsere Arbeit entwickelte sich entlang von vier Schwerpunkten:

Mann trifft sich - Gemeinschaft erleben.

Ob beim Grillen, Kanufahren, Motorradfahren, Pilgern, Kubb-Turnier oder bei der Feuerzangenbowle – Männer kommen oft leichter ins Gespräch, wenn sie gemeinsam etwas erleben.

Mann besinnt sich - Den Glauben vertiefen.

Mit Andocken & Auftanken, Bibelteilen, Lobpreis, Gebetsabenden, Friedensgebeten und spirituellen Wanderungen entstand ein geistliches Fundament, das viele Männer bis heute trägt.

Mann bildet sich - Den Horizont erweitern.

Film- und Themenabende zu Politik, Gesellschaft, Familie oder Glauben eröffneten immer wieder neue Perspektiven. Nicht fertige Antworten standen im Mittelpunkt, sondern ehrliche Gespräche.

Mann mischt sich ein - Verantwortung übernehmen.

Glaube endet nicht an der Kirchentür. Benefizkonzerte, Hilfsaktionen, Motorradgottesdienste, gesellschaftliche Themen oder Friedensgebete machten deutlich: Christlicher Glaube möchte die Welt mitgestalten.

Aus Ideen wurden Traditionen

Wenn wir heute auf die vergangenen zehn Jahre zurückblicken, staunen wir selbst über die Vielfalt.

  • Meditative Fahrradtouren.
  • Gebetsgrillen am Baggersee.
  • Spirituelle Nachtwanderungen.
  • Pilgern auf dem Jakobsweg.
  • Männervesper.
  • Hüttenwochenenden.
  • Ausfahrten zu Motorradgottesdiensten.
  • Ukraine-Hilfsaktionen.

Und immer wieder neue Ideen. Nie ging es darum, möglichst viele Veranstaltungen anzubieten. Jede einzelne Veranstaltung sollte Männern helfen, einander näherzukommen, Gott neu zu entdecken und den Glauben praktisch werden zu lassen.


Persönliche Stimme – Ralf Diegritz

„Wenn ich auf die vergangenen zehn Jahre zurückblicke, bin ich vor allem dankbar dafür, was Gott aus einer kleinen Vision hat wachsen lassen. Viele Männer haben Gemeinschaft gefunden, Freundschaften sind entstanden und manche haben ihre Gaben entdeckt und Verantwortung übernommen. Das ist für mich das größte Geschenk.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Men's Rocket and Soul weiterhin Menschen ermutigt, ihren Glauben mutig und alltagstauglich zu leben. Ich träume von einer Männerarbeit, die über Gemeinde- und Konfessionsgrenzen hinaus verbindet und gemeinsam neue Wege geht.

Noch mehr wünsche ich mir, dass aus guten Ideen immer wieder neue Angebote entstehen, die unsere Gemeinden bereichern und Menschen neu mit Jesus in Berührung bringen. Wenn wir den Mut behalten, auf Gottes Stimme zu hören und auch ungewöhnliche Wege zu gehen, dann bin ich überzeugt: Die spannendsten Kapitel liegen noch vor uns.“

Ralf Diegritz - Mitgründer


Menschen wachsen mit

Besonders dankbar sind wir dafür, dass in diesen zehn Jahren nicht nur Programme entstanden sind, sondern Menschen gewachsen sind.

Ein schönes Beispiel dafür ist Willy Paal.

2018 nahm er an einer Pilgerwanderung von Babenhausen nach Memmingen teil. Diese gemeinsame Erfahrung ließ ihn nicht mehr los. Aus einem Teilnehmer wurde ein Mitarbeiter. Aus einem Mitarbeiter wurde eine tragende Säule unseres Leitungsteams. Genau so hatten wir uns Men's Rocket and Soul immer vorgestellt:

Nicht als Angebot für Männer. Sondern als Ort, an dem Männer ihre Begabungen entdecken und Verantwortung übernehmen.


Persönliche Stimme - Willy Paal

„Ich wurde damals längere Zeit von einem Freund wöchentlich eingeladen, an Veranstaltungen vom "Männerkreis" teilzunehmen. Aus beruflichen Gründen war es mir aber nicht möglich, die Veranstaltungsangebote unter der Woche wahrzunehmen. Also sagte ich dann irgendwann mal zu, eine Veranstaltung an einem Samstag zu besuchen. Ich suchte mir "Pilgern" heraus.

Von den Männern die mich immer wieder eingeladen hatten, war dann aber keiner da, was sich aber später als ein Geschenk herausstellte. Es waren zwei Männer (Fremde) da, die ich nicht kannte. Wir lernten uns also kennen und hatten einen wunderschönen Tag zusammen.

Seither sind diese beiden (Fremden) meine Freunde. So nahm die Geschichte ihren Lauf …

Es macht Spaß dabei zu sein und mitgestalten zu dürfen.“

Willy Paal


Gemeinsam statt nebeneinander

Mit der Zeit wurde deutlich: Kirche hört nicht an Gemeindegrenzen auf. Ein wichtiger Schritt war deshalb der Zusammenschluss mit dem Männerkreis Dietenheim 2017. Aus zwei Gruppen wurde eine gemeinsame Bewegung. Später entschieden wir uns bewusst, aus dem Männerkreis einen Männertreff zu machen. Der neue Name sollte deutlich machen: Hier darf jeder Mann einfach dazukommen. Ohne Verpflichtung. Ohne Voraussetzungen. Seit 2024 arbeiten wir außerdem eng mit dem „Männerleben“ der evangelischen Kirchengemeinde Vöhringen zusammen.

Unser Wunsch ist es, dass Männerarbeit in der Region Iller-Roth weiter zusammenwächst und sich gegenseitig bereichert.

Aus dem Männertreff wurde mehr

Eine Entwicklung hat uns besonders überrascht. Viele Ideen blieben nicht beim Männertreff. Sie wurden Angebote für die ganze Gemeinde. Aus Filmabenden entstand das Kirchkino. Aus der Begeisterung fürs Motorradfahren entwickelte sich Mit Gott & Gas. Aus dem Wunsch nach einer neuen Form geistlicher Gemeinschaft entstand schließlich Peace on Earth, der monatliche Lobpreisabend, der heute Menschen weit über unsere Gemeinden hinaus verbindet.

Darauf sind wir dankbar. Denn genau das war immer unser Wunsch: Nicht möglichst viele Männerabende. Sondern Impulse, die das Gemeindeleben bereichern.

Was uns bis heute antreibt

Natürlich hat sich in zehn Jahren vieles verändert. Veranstaltungen kamen hinzu. Andere verschwanden wieder. Menschen gingen. Neue kamen.

Was geblieben ist, ist unsere Überzeugung:

Männer brauchen Orte,

  • an denen sie Fragen stellen dürfen,
  • an denen sie gemeinsam lachen können,
  • an denen sie Gott begegnen,
  • an denen sie Verantwortung übernehmen,
  • und an denen Freundschaften entstehen.

Oder, wie David Murrow es beschreibt:

Männer kommen Schulter an Schulter ins Gespräch.

Genau das erleben wir bis heute.

Dankbarkeit und Ausblick

Wenn wir auf zehn Jahre Men's Rocket and Soul zurückschauen, erfüllt uns vor allem Dankbarkeit.  Dankbarkeit für viele Begegnungen. Für Freundschaften. Für Gottes Bewahrung. Für Menschen, die Verantwortung übernommen haben. Für Gemeinden, die uns Vertrauen geschenkt haben.

Vor allem aber danken wir Gott.

Denn wir glauben: Nicht wir haben Men's Rocket and Soul aufgebaut.  Er hat Türen geöffnet. Er hat Menschen zusammengeführt. Und er schreibt unsere Geschichte weiter.


Persönliche Stimme

„Wenn ich auf die vergangenen zehn Jahre zurückblicke, bewegt mich vor allem das tiefe Gottvertrauen, das unter uns Männern gewachsen ist. Dieses Vertrauen ist durch das gemeinsame Gebet entstanden, durch das Eintauchen in die Bibel und die vielen unterschiedlichen Gedanken, die wir beim Bibelteilen miteinander geteilt haben. Auch der gemeinsame Lobpreis hat uns immer wieder neu mit Jesus verbunden und unseren Glauben gestärkt.

Ebenso dankbar bin ich für die Freundschaften, die im Laufe der Jahre entstanden sind – durch gemeinsame Projekte, vielfältige Aktivitäten und viele inspirierende Gespräche.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Vernetzung mit anderen Männergruppen weiter wächst und wir gemeinsam neue Ideen entwickeln und umsetzen können.“

Werner Mörwald, Mitgründer


Die Geschichte geht weiter …

Vor zehn Jahren lautete der letzte Satz unseres ersten Programmheftes:

„Das nächste Programm machen wir zusammen. Lust drauf?“

Eigentlich könnte derselbe Satz auch heute unter diesem Jubiläumsartikel stehen. Denn wir glauben: Die spannendsten Kapitel von Men's Rocket and Soul liegen noch vor uns.

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